So hervorragend wie die Konzeptentwürfe waren, war deren Umsetzung ebenso professionell. Und ebenso exklusiv war das Resultat - eine meisterhafte Anordnung der beeindruckendsten Stilelemente von Limousine und Coupé, zusammengeführt in einem spektakulären Sportwagen auf Basis des heutigen Maybach 57
Die Fertigstellung des Fulda Maybach Konzeptautos erscheint noch viel erstaunlicher, wenn man das herausfordernde Ziel bedenkt, ein Coupé auf Basis einer bestehenden Limousine zu entwickeln, ohne ein komplett neues Design dafür zu erstellen. Trotz eines engen Terminplans war Jürgen Weissinger, der verantwortliche Projektingenieur und Entwicklungsmanager bei Maybach, zusammen mit seinem Team, in der Lage das Projekt erfolgreich zu realisieren.
Ende Mai 2004 nahm das Sportcoupé Formen an: nachdem drei Modelphasen erfolgreich fertiggestellt worden waren, wurden das Äußere, Innere und Chassis getestet, angepasst und perfektioniert. In dem 1:1 Model nahmen Träume, Ideen und Wünsche konkrete Formen an, als auch in dem letzten Referenzobjekt für den entscheidenden Schritt in der Entwicklung: das Konstruktions- und Testverfahren.
Jedoch, mit der Neuinterpretation des stromlinienförmigen Autos von 1938, war es nicht nur dazu gedacht eine optische Neuheit für moderne Autohersteller zu erzeugen. Das Ziel von 350 Kilometern pro Stunde Höchstgeschwindigkeit konfrontierte die beauftragten Designingenieure mit der Herausforderung, ein voll funktionsfähiges Spezialauto herzustellen, welches, als der schnellste Maybach aller Zeiten, in der Lage ist die Maßstäbe hinsichtlich Leistung für Limousinen auf Standardreifen neu zu definieren.
Jedoch wurde es sehr schnell klar, trotz des Biturbo-Laders, dass der gewöhnliche 12-Zylinder Motor nicht in der Lage sein würde, die gezielte Höchstgeschwindigkeit zu erreichen. Die essentielle, notwendige Unterstützung kam von Untertürkheim. Der Spezialist in der Merzedes Auto Gruppe optimierte den Turbolader und erhöhte den Hubraum des Typ 12 Motors auf 5.9 Liter. Am Ende bestätigten 700 PS Motorleistung den technologischen Glanz der umgesetzten Modifikationen.
Die nachfolgenden Testmaßnahmen am Beginn von Mai 2005 im Höchstgeschwindigkeits-Motordrom in Nardo/Süditalien dokumentierten beeindruckend den Erfolg der einzigartigen Bemühungen aller Beteiligten: eine Topgeschwindigkeit von 351.45 km/h! und damit der Weltrekord für Limousinen.