Einmal Wüste und zurück
Einmal Wüste und zurück

Einblicke in das Reisetagebuch

Wildparks, tropische Regenwälder und staubige Schotterstraßen – für mehr als 30 Teilnehmer ging es bei der Oldtimer-Rallye Namipenda Ende des vergangenen Jahres durch den Südosten Afrikas.

Der Konvoi legte dabei in fünf Wochen rund 7.500 Kilometer zurück. Stationen des Rundkurses, der in Kapstadt begonnen hatte, waren unter anderem Lüderitz, Walvis Bay, Ruacana an der namibischen Grenze zu Angola, sowie Windhoek. Mit am Start: Jürgen Erlebach und Stefan Heins in einem Diplomat B von Opel. Die beiden gewähren einen kurzen Einblick in ihr Reisetagebuch.

Die Automatik unseres Diplomat steht auf „L“, der Sechszylinder kocht und die rettende Passhöhe ist noch immer nicht in Sicht. Mit Vollgas schleicht der Opel dröhnend die letzten Meter zum Gaub-Pass hinauf. Doch auch diese Prüfung können wir mit unserem knapp 40 Jahre alten Untersatz meistern. Keine Selbstverständlichkeit, schließlich verlangt die Strecke von uns und dem Material alles ab. Rund die Hälfte der Tour, die der Tross zurücklegt, ist nicht asphaltiert. Die gefährliche Strecke wird uns dabei fast zum Verhängnis: Wir durchqueren ein Flussbett und übersehen dabei eine tiefe Furche. Mit rund 80 Stundenkilometern bohrt sich die Front des Luxusschiffes in die Versenkung hinein. Das Heck steigt hoch und schlägt unter ohrenbetäubendem Lärm krachend auf. Erstaunlicherweise lässt sich die Fahrt zunächst fortsetzen. Einige Kilometer weiter jedoch nehmen wir Spritgeruch in der Luft wahr. Der Meister einer örtlichen Kfz-Werkstatt macht sich umgehend an der geborstenen Benzinleitung zu schaffen. Souverän, mit einer Zigarette im Mundwinkel…

Wir sind nicht die einzigen Teilnehmer, die Probleme haben. Neben glücklicherweise glimpflich verlaufenden Unfällen stehen insbesondere Reifenpannen auf der Tagesordnung. Manche Teams müssen bis zu drei Zwangspausen täglich einlegen. Eine Mercedes-Equipe berichtet sichtlich geschockt von einem bei 100 km/h geplatzten Vorderreifen. Schreckensmomente wie diese bleiben uns, trotz des hohen Fahrzeugsgewichts von über zwei Tonnen, erspart. Dabei sind die Erschütterungen, verursacht durch Rüttelpisten und Schlaglöcher so groß, dass sich kurz vor Ende sogar ein Scheinwerfer aus dem Kotflügel löst. Gegen die Rahmenbrüche, die andere Teilnehmer zu beklagen haben, ist dies jedoch eine Kleinigkeit.

Einmal mehr wird klar: Die Namipenda ist keine Veranstaltung für Oldtimerfans, die ihre automobilen Schätze nur bei Sonnenschein fahren. Wer sich dieser einzigartigen Herausforderung stellt, muss hart im Nehmen sein. Mit besonderen Nehmerqualitäten überzeugen auch die Fulda-Reifen. Sie erweisen sich bis zum Abschluss der Rallye als verlässlicher Partner.



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