2005: Das Sonderfahrzeug kehrt zurück. 66 Jahre nach Fertigstellung des berühmt gewordenen Stromlinienwagens steht heute erneut eine gemeinsame Spezialkonstruktion der Häuser Maybach und Fulda im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Keine Renaissance des Originals und kein Retro-Design des vergangenen Jahrhunderts. Das verblüffende Ergebnis der aktuellen Kooperation: eine unverkennbare Hommage an den Vorgänger - und doch ein High-Tech-Highlight ganz eigener Dimension.
Mit der Absicht, in der modernen Interpretation des Stromlinienwagens von 1938 ein Stück Geschichte in die Zukunft zu projizieren, wurde eine Reihe kreativer Köpfe zum Projektteam für das neue Fulda Concept Car Exelero bestellt. Beauftragt, ein Faszinosum aus Kraft und Eleganz zu schaffen, brachten die Fachhochschule für Design Pforzheim und die Designabteilung der DaimlerChrysler AG, die seit vielen Jahren erfolgreich bestehende Kooperationsbeziehung wieder ins Rollen.
Ein erheblicher Planungsaufwand und akribische Detailarbeit sollten in den kommenden Monaten den Tagesrhythmus der Teammitglieder bestimmen. Insbesondere für vier Studenten des Fachbereichs Transporting Design sollte die Arbeit am Entwurf des aussergewöhnlichen Einzelstücks zu einer absolut einmaligen Herausforderung werden.
Die optimale Verknüpfung von Eleganz und High-Performance stand im Fokus des Entwurfs von Wolf Seebers. Insbesondere die Konturen des Kühlergrills verdeutlichten hier die Anlehnung an das charakteristische Maybach-Design. Der Fortlauf von der Fahrerkanzel zum Heck hingegen war in zwei Höckern angelegt, die eine Ähnlichkeit zum Konstruktionsstil der Formel-1 erkennen liessen.
Andreas Hellmanns Design-Vorschlag ging in eine andere Richtung. Sein Konzept geriet von der Anmutung sehr amerikanisch, trug aber ebenfalls unverkennbare Züge des historischen Vorbilds. Die Wahl einer Zweifarben-Lackierung beispielweise erwies sich als augenfälliger optischer Verweis auf das berühmte Versuchsfahrzeug von 1939.
Wie die Vorlage von Andreas Hellmann, so sah auch der Entwurf von Studienkollege Stefan Barth eine zweifarbige Lackierung für das neue Fulda Concept Car Exelero vor. Die Gestaltung der Heckpartie erfolgte dabei nach Muster eines Bootshecks. Markante Modifikation in Barths Konzept: Die Finnen auf der Motorhabe des Originals gingen hier harmonisch in den Dachverlauf über.
Die Design-Studie von Fredrik Burchhardt führte zu unterschiedlichen Assoziationen: Während die einen deutliche Züge einer Corvette Splitt Window zu erkennen glaubten, zog man parallel die Bauweise eines Katamarans zum Vergleich heran. Die in den Farben rot und schwarz gehaltene Skizze rückte den Kühlergrill visuell in den Mittelpunkt und verzichtete auf die Ausstattung der Frontpartie mit einer Stoßstange.
Letztendlich ging das Design von Fredrik Burchhardt als Gewinner hervor.
Alle vier Arbeiten wurden als 1:4-Modell gefräst, und aus jedem der vorgestellten Konzepte wurden wichtige Ideen und Impulse aufgegriffen, die zu einer aussergewöhnlichen Design-Vorlage für ein unvergleichliches Fahrzeug verschmolzen.